Hinweis

Akupunktur

Wer hat die Akupunktur erfunden?

Genaugenommen niemand! Schon in grauer Vorzeit wussten die Menschen, dass über die Haut verschiedene Körperfunktionen beeinflusst werden können. So fanden sich auf der Haut des Gletschermanns "Ötzi", der vor 5400 Jahren in den südtiroler Alpen starb, punktförmigeTätowierungen, die bekannten Akupunkturpunkten verblüffend nahe liegen.
Bereits während des 1. Jahrtausends v. Chr. entwickelte sich in China ein in sich geschlossenes Medizinsystem, stark geprägt von philosophischen Einflüssen. Der Mensch wird betrachtet als eingebettet in die Natur und ein allgemein gültiges Ordungssystem. Elementare Gegensätze wie Tag und Nacht, Licht und Schatten bilden die Grundlage für dieses Ordungssystem. Das Entsprechungssystem von Yin und Yang erlangte für die Medizin der damaligen Zeit grundlegende Bedeutung. Weltbekannt ist die sog. "Monade", das runde Zeichen der Harmonie, in dem Yin und Yang in seinem ständigen Wechsel bildhaft dargestellt ist. Es gibt niemals vollständiges Yin oder vollständiges Yang, beide Gegenpole brauchen sich gegenseitig.

Yin: Schattenseite eines Hügels, Erde, Geborgenheit, weibliches Prinzip
Yang: Sonnenseite eines Hügels, Himmel, Energie, männliches Prinzip.

Die chinesische Philosophie sieht den Wandel aller Dinge als Urprinzip an, das sich beispielsweise in den Jahreszeiten wiederfindet, aber auch in den Beziehungen der Organe untereinander. Dies ist der Inhalt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), welche neben der Akupunktur auch die chinesische Arzneimitteltherapie (Kräuterheilkunde), die richtige Ernährung (Diätetik), die traditionelle chinesische Massage (Tuina) sowie das richtige Körperbewusstsein (Qi Gong) umfasst. Akupunktur ist also nur eine von fünf Säulen der TCM. Im "Buch des gelben Kaisers" (Huang Di Nei Jing), welches der Legende nach 2697 v. Chr. - tatsächlich aber in der frühen Han-Periode (1. oder 2. Jahrhundert v. Chr.) geschrieben wurde, werden zum ersten Mal die theoretischen Grundlagen der Chinesischen Medizin und der Akupunktur zusammengefasst.

In der Antike wurde die Akupunktur in weiten Teilen Asiens praktiziert, über die Jahrhunderte wurde dieses alte Wissen jedoch nur in China bis heute überliefert. Im 17. Jahrhundert kam die Kunst der Akupunktur durch französische Missionare und Kaufleute nach Europa, wurde in Deutschland jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg breiter bekannt.
Inzwischen ist diese Form der Heilkunst fester Bestandteil der angewandten Medizin, fand jedoch erst in jüngster Zeit allgemeine Anerkennung durch die offizielle Zusatzqualifikation "Akupunktur" (bundesweit in Bayern zuerst eingeführt, im August 2004), welche durch umfangreiche Kurse und Praktika von approbierten Ärzten erworben werden kann.

 

Was ist Akupunktur überhaupt?

Akupunktur (lateinisch: acus = die Nadel, pungere = stechen) ist die gezielte therapeutische Beeinflussung von Körperfunktionen mit Nadeln und zugehörigen Reizverfahren (z.B. Moxibustion, Laser) über spezifische Punkte an der Körperoberfläche. Sie umfasst die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen auf Basis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Akupunktur wirkt über eine Anregung und Wiederherstellung der körpereigenen Regulation. Das Verfahren ist weitgehend nebenwirkungsfrei, so dass hier das Schlagwort von der "sanften Medizin" sicherlich seine Berechtigung findet.

Nach der Lehre der chinesischen Medizin verlaufen im ganzen Körper oberflächennah und symmetrisch auf jeder Körperhälfte 12 Energieleitbahnen, sog. Meridiane. Hierbei ist jedem Meridian ein inneres Organ zugeordnet. Ist der Energiefluss in diesen Leitbahnen gestört, so kann durch verschiedene Techniken der Akupunkur die bestehende Stauung oder Leere behoben werden.

Dieses Prinzip der Selbstheilung wird in der Orthopädie seit längerem erfolgreich eingesetzt, u.a. bei Kopf-, Rücken- und Gelenkbeschwerden. Auch in anderen Bereichen, beispielsweise in der Heuschnupfenbehandlung, bei Migräne, in der Suchtentwöhnung oder bei der Geburtsvorbereitung, kann die Akupunktur erfolgreich und sanft helfen.

Gerade in der Orthopädie wird auch gerne die Ohrakupunktur angewandt. Der französische Arzt Nogier fand heraus, dass sich auf das Ohr - gleichsam wie ein Embryo - der gesamte Organismus projiziert. Somit ist durch das Setzen von Akupunkturnadeln am Ohr eine Beeinflussung des gesamten Körpers sowie der Psyche möglich. Gerade akute Schmerzen sprechen häufig sehr gut auf die Ohrakupunktur an. Die Körperakupunktur und die Ohrakupunktur können je nach Erfordernis gleichzeitig und sich ergänzend oder auch für sich allein angewendet werden.


Die Wirkungsweise der Akupunktur ist Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen. Ergebnisse neuerer Grundlagenforschung zeigen die Beeinflussung ganz spezieller Hirnareale durch Akupunktur an klassischen Akupunkturpunkten, dies ist durch funktionelle Kernspintomographie nachzuweisen. Eine allgemein schmerzlindernde (analgetische) Wirkung der Akupunktur über verschiedene (zentrale und periphere) Mechanismen wird angenommen.

Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wurden in Deutschland ab dem Jahr 2000 Akupunkturbehandlungen bei chronischen Schmerzen, wie Kopf-, Rücken-, und Arthroseschmerzen, im Rahmen von Modellvorhaben teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Ausgehend von diesem Beschluss wurde Anfang 2001 eine Beobachtungsstudie zur Akupunktur ins Leben gerufen, die sog. „German Akupunktur Trials (GERAC)“, an der ca. 12600 niedergelassene Ärzte teilnahmen. Parallel dazu auch randomisiert kontrollierte Studenarme durchgeführt. Weltweit gab es vergleichbare Akupunkturstudien zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Durchführung und Auswertung der Studie wurde von mehreren deutschen Universitäten betreut und die Ergebnisse unter großem Medieninteresse 2006 veröffentlicht.  Die  Ergebnisse dieser sog. „GERAC-Studie“ sprechen dafür, dass die Akupunktur eine sehr wirkungsvolle und nebenwirkungsarme Behandlungsform bei chronischen Knie- und Rückenbeschwerden ist (nachzulesen unter www.gerac.de). In der Akupunkturbehandlung von von Migräne und Kopfschmerz zeigte sich ein ähnlich guter Erfolg wie bei medikamentöser Therapie. Beispielsweise konnte eine mittlere Reduktion von Migränetagen um 38 Prozent für die sog. „Verum-Akupunktur“ gegenüber 33 Prozent bei der medikamentösen Anfallsprophylaxe erreicht werden (Dtsch Arztebl 2007; 104(3): A 114-122).

Die Ergebnisse von GERAC führten zur Aufnahme der Akupunkturbehandlung in den regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die weitere Aufklärung der Wirkweise der Akupunktur war jedoch nicht Ziel oder Ergebnis dieser großen Studie. 

 

Für wen ist Akupunktur geeignet?

Akupunktur ist eine äußerst nebenwirkungsarme Methode zur Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Sie ist grundsätzlich für jedermann geeignet, vom Säugling bis ins höchste Lebensalter. Eine wichtige Beschränkung stellt jedoch die Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (insbesondere mit dem Präparat "Marcumar") dar. Akupunktur wird auch in der Schwangerschaft angewendet und sogar gezielt zur Vorbereitung auf die Geburt verwendet. Sie sollte jedoch in diesem Falle dem Frauenarzt oder der Hebamme vorbehalten bleiben.

Nach der chinesischen Lehre unterscheidet man innere und äußere Erkrankungen; beide Formen können mit Akupunktur behandelt werden. Bei orthopädischen Leiden handelt es sich meist um "äußere Erkrankungen" nach der chinesischen Lehre. Aus westlicher Sicht sprechen wir dann von Migräne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Ischialgie, Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch bei Reisekrankheit, Heuschnupfen, zur Unterstützung beim Abnehmen oder beim Aufhören mit dem Rauchen kann die Akupunktur erfolgreich und sanft helfen. Häufig ist es sinnvoll Körperakupunktur und Ohrakupunktur zu kombineren. Die oben genannten Einsatzgebiete der Akupunktur werden auch in der Praxis angeboten.

Nach einer Serie von 10-12 Akupunktursitzungen geben die meisten Patienten eine deutliche Besserung der Beschwerden an. Diese Beschwerdebesserung hält bei der Mehrzahl der beschwerdegebesserten Patienten für ein halbes Jahr und länger an.

 

Muss ich die Behandlung selbst bezahlen?

Seit dem 01.01.2008 stellt die Schmerzakupunktur bei chronisch degenerativem Rückenschmerz und bei chronischen Schmerzen auf Grund einer Gonarthrose („Kniegelenksabnutzung“) eine reguläre Kassenleistung dar. Das heißt bei diesen beiden Indikationen werden die Kosten von den Gesetzlichen Krankenkassen zuzahlungsfrei übernommen. Voraussetzung ist, dass der behandelnde Arzt neben der Akupunkturausbildung auch Qualifikationen in der Schmerztherapie und der psychosomatischen Behandlung nachweisen kann. In unserer Praxis wird die Akupunktur seit Jahren erfolgreich eingesetzt und auf Grund der vorhandenen Qualifikationen auch weiterhin als Kassenleistung angeboten. Die Behandlung erstreckt sich in der Regel über 10 Sitzungen und kann maximal einmal pro Jahr von den betroffenen Patienten in Anspruch genommen werden.

Akupunktur bei anderen Erkrankungen oder Beschwerden, z.B. bei chronischem Kopfschmerz oder Migräne werden von den gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht mehr übernommen.

Für Mitglieder einer privaten Krankenversicherung werden die Kosten einer Akupunkturbehandlung für die Dauer von 12-15 Sitzungen zur Schmerztherapie übernommen. Sie sind regulärer Bestandteil der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

 

Exakte Auskunft über den nötigen Umfang und die ggf. zu erwartenden Kosten einer notwendigen Akupunturbehandlung geben wir Ihnen nach einer ausführlichen Untersuchung und Diagnostik gerne persönlich.

 

Unsere Mission

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Deshalb bieten wir Ihnen in unserer Praxis das gesamte klassische Spektrum der operativen und nicht operativen Orthopädie sowie Neurochirurgie.

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