Hinweis

Stoßwellentherapie

Stoßwellen kommen auch in der Natur vor und sind schnelle Schallwellen, welche einen hohen Schalldruck erzeugen. Dies kann man beispielsweise im Alltag erleben, wenn nach einem heftigen Donnerschlag die Fensterscheiben erbeben, oder auch wenn ein Düsenjet die Schallmauer durchbricht.

Bei der medizinisch angewandten Stoßwellentherapie handelt es sich um eine Behandlungsform mit energiereichen Schallwellen, welche vorwiegend bei chronischen Muskel-, Muskelansatz und Sehnenschmerzen angewendet wird. Die Methode ist gut verträglich und regt die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Von einem Stoßwellengerät werden Schalldruckwellen mit verschiedenen Frequenzen (5, 10, 15 Hz und mehr) erzeugt. Im Gegensatz zum Ultraschall handelt es sich hier um hörbaren Schall. Der Patient liegt entspannt auf einer Liege, bei Schultererkrankungen kann die Behandlung auch im Sitzen durchgeführt werden. Die schmerzhaften Zonen werden durch Betastung oder mit dem Ultraschallgerät gesucht. Anschließend wird ein pistolenförmiges Ansatzstück mit geringem Anpressdruck über dem schmerzhaften Bereich hin und her bewegt und überträgt die Schallwellen über die Haut ins Gewebe. Die Schallwellen werden im Gewebe fortgeleitet, so dass auch Schmerzbezirke in bis zu 3-4 cm Tiefe behandelt werden können.

 

Die hauptsächliche Wirkung der Schallwellen ist abhängig von ihrer Energie:
Im niederenergetischen Bereich bis 0,1 J / mm² --> hauptsächlich Anregung der Selbstheilungskräfte
Im mittelenergetischen Bereich von 0,1 - 0,3 J / mm² --> vermehrt schmerzlindernde Wirkung
Im hochenergetischen Bereich über 0,3 J / mm² --> Anregung der Knochenneubildung und Wirkbereich der beispielsweise zum Zertrümmern von Nierensteinen verwendet wird.


 

 

 

 

Folgende Wirkungen der Stosswellentheroie sind für unsere Patienten wichtig und tragen zur Heilung der behandelten Erkrankungen bei:

  • Lösung von Verklebungen im Gewebe ("Adhäsiolyse durch Cavitationseffekte")
  • Anregung der Selbstheilungskräfte und von Reparationsvorgängen, ausgehend vom angrenzenden gesunden Gewebe ("shock wave - bioengeneering")
  • Anregung des Stoffwechsels vor Ort in den schlecht ernährten Schmerzzonen, durch Durchblutungssteigerung und Überführen einer chronischen in eine akute Entzündug (durch gezieltes Setzen lokaler Mikroläsionen). So kann beispielsweise auch ein Kalkdepot in der Schulter in eine Phase der Kalkauflösung überführt werden.
  • Gezielte Schmerzausschaltung durch direkte Wirkung auf die Schmerzentstehung im Gewebe (selektive Denervierung bei nicht oder gering myelinisierten sensiblen Nervenfasern = "shock wave surgery")
  • Abschaltung der überrreizten Schmerzweiterleitung im Rückenmark bei chronischen Schmerzen ("gate control - Theorie").

 

Als Nebenwirkungen treten gelegentlich punktförmige Hautblutungen, kleinere Blutergüsse und Muskelkater nach Behandlung auf. Die Auslösung einer vorübergehenden und gezielten akuten Entzündung im Behandlungsgebiet ist gewollt und kann vor allem am Beginn einer Behandlungsserie auch schmerzhaft sein. Sie äußert sich mit Rötung der Haut, Schwellung und gelegentlich auch Überwärmung der Behandlungszone. Eine begleitende Behandlung mit Medikamenten ist jederzeit möglich aber nicht erforderlich für die gewünschte Wirkung der Stosswelle.

Die Behandlung mit Stosswellen wirkt auch bei chronischen Schmerzzuständen oftmals erstaunlich schnell. In der Regel erstreckt sich die Therapie über drei bis fünf Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen. Eine Behandlung dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Bereits acht bis zehn Tage nach Behandlungsbeginn ist bei den meisten Patienten eine deutliche Schmerzlinderung zu beobachten.


Wir setzen die Stosswellenbehandlung vorwiegend bei folgenden Erkrankungen ein:


  • Kalkschulter - schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter
  • Tennisellbogen und Golferellbogen - schmerzhafte Sehnenansatzreizung am Ellbogen
  • Bursitis trochanterica oder Trochantertendinose - Schleimbeutelentzündung oder Sehnenansatzentzündung am großen Rollhügel des Hüftgelenkes
  • Fersensporn und Fasciitis plantaris - meist chronische und sehr schmerzhafte Entzündung an Fersenbein und Fußsohle
  • Achillodynie - schmerzhafte Veränderungen der Achillessehne oberhalb des Ansatzes meist wegen Überlastung
  • Patellaspitzensyndrom - Belastungsschmerz oder Schleimbeutelentzündung an der Kniescheibenspitze
  • Tibiakantensyndrom - Belastungsschmerz an der Schienbeinkante (häufig bei Sportlern)
  • Trigger Stosswellen Therapie (TST) - Behandlung von schmerzhaften typischen Muskelverquellungen (Trigger Punkte) mit Stosswelle. Dies führt zur Auflösung dieser Zonen, die ansonsten fortgeleitete Schmerzen "produzieren" und zu Muskelverkürzungen und Fehlhaltungen führen. Derartige Trigger Punkte treten vor allem auch bei Sportlern gehäuft auf und können zu Überlastungssyndromen, Trainingsausfällen und Leistungseinbrüchen führen.

 

 

Abschließend muss festgestellt werden, dass für viele der oben genannten Erkrankungen keine guten Behandlungsalternativen zur Stosswelle existieren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stoßwellentherapie bei orthopädischen Erkrankungen

Weitere Informationen zur Stoßwellentherapie und Fotos finden Sie auf dieser Seite.

 

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